Freitag, 26. April 2013

Autofahrer übersieht entgegenkommendes Auto

Ein Schwer- und zwei Leichtverletzte sind die Bilanz eines Verkehrsunfalls, der sich am Donnerstagnachmittag im Haarener Wald ereignet hat. Ein 60-jähriger Autofahrer hatte gegen
16.35 Uhr die Landstraße 754 von Büren kommend befahren. An der Einmündung zur Landstraße 818, wollte der Fahrzeugführer nach links abbiegen und übersah dabei eine entgegenkommenden VW Passat, der mit zwei Insassen besetzt war. Der Passat prallte frontal in die Beifahrerseite des abbiegenden Autos, wodurch der Santana in den Graben geschleudert und total beschädigt wurde. Während die beiden
Fahrzeugführer leicht verletzt wurden, zog sich der 50-jährige Beifahrer im Passat schwere Verletzungen zu. Er wurde mit einem Rettungswagen zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Es entstanden Sachschäden von über 20000 Euro.

Mittwoch, 17. April 2013

Auf Spuren jüdischer Vorfahren

VON KARL FINKE
in der Neuen Westfälischen vom 17.4.2013


Das Foto aus dem Jahre 1931 zeigt die Hochzeitsgesellschaft des Großonkels. Walter Tobias heiratete seinerzeit die Haarenerin Selma Bähr. Die Braut und ihre fünf Kinder werden später von den Nazis im Konzentrationslager Auschwitz ermordet, der Bräutigam 1945 im KZ Therensienstadt. In den USA hat Rob Tobias (54) das Bild entdeckt und damit einen Teil seiner Familiengeschichte.
Am Freitag kommt er nach Haaren.
Jost Wedekin hat die Geschichte der Haarener Landjugend erforscht. „Literatur über die Landjuden gibt es in OWL sonst gar nicht, die meisten wohnten in Städten", sagt der frühere Schulleiter (Haaren und Hauptschule Mastbruch): „In Hessen sind die Forschungen viel weiter." Er wird die Gäste zusammen mit dem Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins zu den früheren Häusern oder Hausstellen begleiten.
Rob Tobias kommt mit seiner Familie - mit Ehefrau Debra (Prisyon) und Sohn Zachavy (geboren 1997). Die Amerikaner leben in der Stadt Hartford- Connecticut, einem der kleinen Neuengland-Staaten oberhalb von New York. Begleitet wird er von einer entfernten Verwandten aus Solingen, mit der Wedekin in Kontakt steht. Die Linie der Vorfahren wurde durch einen Theodor Tobias aus Hamm (Sieg} begründet, der Mitte des 19. Jahrhunderts als erster seiner Familie nach Amerika auswanderte. „Der hat die anderen Tobias nach Amerika geholt", so Wedekin über seine Informationen. Der Vater Walter Tobias wurde 1933 noch in Köln geboren, floh drei Jahre später mit der Familie vor den Nazis in die USA und heiratete dort eine Evelyn Schupack. Ob der Vater noch lebt, wird Wedekin erst am Freitag erfahren.
2008 hatte der passionierte Heimatforscher Wedekin mit dem Haarener Heimat- und Verkehrsverein den 250 Seiten starken Band über die „vergessene Minderheit" der Haarener Land-Juden und eine kleinere Gedenkschrift veröffentlicht. Nachdem der Großteil der 250 Exemplare schnell vergriffen war, wurde nun ein zweite, noch einmal so große Auflage gedruckt.
Der Autor will mit den Gästen aus Amerika nach einem Rundgang in Haaren auch das frühere jüdische Waisenhaus neben der Schulverwaltung des Landschafts - Verbandes gegenüber Kasseler-Tor-Brücke besuchen, wo heute ein Gedenkstein steht. Die Kinder der Familie Tobias wurde dort unterrichtet, als die Nazis nach dem Pogromen 1938 eine weitere Öffentliche Beschulung von Juden verboten. Von dort wurden sie in das Konzentrationslager nach Auschwitz verschleppt.

Foto: Lebenslauf Walter Tobias, photozeichen.de