Dienstag, 3. März 2020

Landwirte protestieren vor Supermarktlagern gegen Düngeverordnung

Demonstrierende Landwirte vor der Zentrale von Lüning in Langenberg. Demonstriert wurde aber auch in Bad Wünnenberg-Haaren, Paderborn und Stukenbrock.

Montag, 2. März 2020 von Franz Purucker (Neue Regionale)

Foto: Marcus Blome

Die Landwirte aus OWL haben am Sonntagabend bis in die Nacht hinein vor den Zentrallagern des Lebensmitteleinzelhandels protestiert. Betroffen war unter anderem die Zufahrt von Netto Markendiscount in Bad Wünnenberg-Haaren und von Lidl in Paderborn.

Die rund 220 Landwirte waren mit ihren Treckern von 21.30 Uhr bis 5.30 Uhr vorgefahren, „um den Konzernen, der Politik und auch den Verbrauchern aufzeigen, wie wichtig die Landwirtschaft in Deutschland ist“, heißt es in einer Mitteilung. Betroffen war auch die Lager von Aldi in Stukenbrock und von der Lüning-Gruppe in Langenberg.

Vor dem Hintergrund einer möglichen Verabschiedung der verschärften Düngeverordnung durch die Bundesländer am 3. April und die daraus resultierenden negativen Folgen für die deutschen Landwirte sehen sich die Landwirte gezwungen weiterhin auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
Landwirte fürchten nicht mehr konkurrenzfähig zu sein

In Zeiten einer Hysterie um das Corona-Vierus und zum Teil leergekaufter Supermarktregale durch Hamsterkäufe sei es umso wichtiger, eine funktionierende Eigenversorgung sicher zu stellen.

Die Landwirte fürchten, dass sie durch die verschärften Vorgaben massive Wettbewerbsnachteile erleiden und nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber ausländischen Mittbewerbern sind.

„Offensichtlich sind die Konzerne völlig unbeeindruckt durch unsere Proteste oder das Gespräch bei der Bundeskanzlerin. Sie verfahren weiter wie gehabt und verramschen die Lebensmittel zum Teil unter Einstandspreisen, wie man derzeit auch wieder in den aktuellen Flyern sehen kann“, kritisieren die Landwirte.

Die Marktmacht werde missbraucht und jeder der es wagt höhere Preise für seine Produkte zu fordern, werde aus dem Sortiment genommen. Damit spielen die Landwirte auf Produkte von Milram an, die wegen stockender Preisverhandlungen in vielen Filialen der Handelsketten Real, Netto und Combi aktuell nicht angeboten werden.

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